Aktuelle Umfragen vom Dezember 2025 sehen Union und AfD praktisch gleichauf. Während Allensbach die Union zwei Prozentpunkte vor der AfD sieht, liegen die Nazis bei Forsa und INSA zwei Prozentpunkte vor der Union. Immer mehr ehemalige Wähler*innen der Union laufen zu den Braunen über. Dabei versuchen einige prominente Personen aus CDU und CSU alles, um die Rechtsradikalen rechts zu überholen. Es bleibt ein Rätsel, wieso an der erfolglosen Strategie festgehalten wird. Langsam wächst der Verdacht, es könnte einfach Dummheit sein. Schauen wir uns das mal näher an.

Medien und Gesellschaft sprechen von der „Stadtbild-Aussage“ oder ähnlichen Euphemismen, wenn sie über Merz’ rassistischen Totalausfall nach der CDU-Präsidiumsklausur am 20. Oktober sinnieren. Dabei ging es gar nicht um das Stadtbild an sich, also den Anblick einer (Innen)Stadt. Es ging um das Aussehen von Menschen, genauer: das migrantische Aussehen von Menschen. Denn Merz sprach von einem Problem, dass man mit Abschiebung lösen könne. Unmissverständlich. So sind sie, die Brandstifter. Anzünden, leugnen, anzünden, leugnen, immer wieder. Und es funktioniert, nur eben nicht für die Union.

Linnemann und Merz träumen vom deutschen Trumpismus. Dabei vergessen sie einige wichtige Fakten, beispielsweise, dass der aktuelle U.S.-Präsident seit Jahrzehnten eine TV-Persönlichkeit in den Vereinigten Staaten ist. Friedrich Merz dagegen war und ist nicht in der Lage, Menschen mitzureißen, nicht einmal die Dümmsten. Merz ist einer, der gewählt wird, weil man sonst niemanden findet. Das spricht nicht gerade für die intellektuelle Leistungsbereitschaft seiner Wähler*innen, aber in Deutschland reicht das, um Kanzler zu werden. Jetzt macht er allerdings den gleichen Fehler, den schon SPD, Grüne und andere Parteien in der Vergangenheit gemacht haben: Er versucht Menschen für sich zu gewinnen, die ihn sowieso nicht wählen würden.

Wähler*innen wählen nie die schlechte Kopie

Das Playbook der AfD funktioniert ungefähr so:

  1. Hetzen und Angst schüren, um die allerdümmsten Wähler*innen zu erreichen
  2. Aus dem Ergebnis möglichst viel für sich als Einzelperson rausziehen
  3. Auf Deutschland und die Wähler*innen scheißen

Seit Jahren versuchen die Unionsparteien und Teile der SPD, dieses Playbook abzuspielen. Überraschung: Es funktioniert nicht. Wie nennt man doch gleich diese Menschen, die den gleichen Fehler wieder und wieder machen und auf ein anderes Ergebnis hoffen? Genau.

Was mit dem Unions-Playbook passiert:

  1. Hetzen und Angst schüren, um die allerdümmsten Wähler*innen zu erreichen
  2. In der Öffentlichkeit entsteht das Bild, die AfD hätte Recht (hat sie nicht, übrigens)
  3. Menschen wählen die AfD immer weniger aus Protest und immer mehr aus Überzeugung

Bedeutet also: Mit ihrer Hetze sorgt die Union einfach nur dafür, dass die AfD eine Stammwählerschaft aufbauen kann. Und da die AfD eine direkte Konkurrenz zur Union darstellt, zerbröselt die eigene rechte Wählerschaft – möglicherweise dauerhaft.

Rechte Politik hilft nur den Rechten

Menschen wählen Politiker*innen, die glaubhaft handeln. Deshalb würden rechte Arschlöcher keinen Robert Habeck wählen, auch wenn er gegen Geflüchtete hetzen würde. Wenn Höcke hetzt, ist das glaubwürdig. Wenn Habeck wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge erklärt, ist das glaubwürdig. Merz dagegen steht für nichts, am ehesten für Orientierungslosigkeit und Herumeiern. Deshalb ist er nie glaubwürdig, auch nicht mit seiner Hetze. Jeder Mensch merkt, dass er aus Kalkül hetzt. Das ist zwar nicht weniger verwerflich, aber eben wenig überzeugend. Es ist eine andere Art Menschenverachtung, ob man bereit ist, für 100 Euro seine eigene Oma vor den Bus zu werfen, oder das Gleiche zu tun, weil man grundsätzlich ältere Menschen hasst. Merz ist die erstgenannte Sorte Mensch und deshalb für die Wähler*innen, die zu der zweiten Sorte gehören, uninteressant.

Es gibt keine Partei, die alles richtig macht. Allerdings gibt es aktuell kaum eine Partei, die auf so unnötige Art und Weise alles falsch macht wie die Unionsparteien. In fast jeder wichtigen politischen Position auf einem maximal menschenverachtenden Weg. Gegen Frauenrechte, gegen nonbinäre Menschen, gegen Migrant*innen, gegen Geringverdienende und Arbeitssuchende, man könnte die Liste ewig weiterführen. Ein Bulldozer des Hasses und der Verachtung. Als zivilisierter Mensch kann man nur hoffen, dass insbesondere die CDU schnellstmöglich wieder von den demokratisch denkenden Mitgliedern geführt wird.